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HSK2014: Telemedizin auf Traumschiff
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Kongress

HSK2014: Telemedizin auf Traumschiff

30.06.2014 - Telemedizin auf Kreuzfahrtschiffen und neue Bildgebungsverfahren in der Klinik: Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2014 bot auch für Medtech-Experten einige Neuheiten.

Der erste Hauptstadtkongress im neueröffneten Citycube in Berlin begann zwar mit leichten Startschwierigkeiten, entwickelte sich danach aber zu der von allen erwarteten inspirierenden Veranstaltung. Der 17. Jahrgang war mit 8.100 Teilnehmern etwas besser besucht als der des Vorjahres (+1,3%). Zwar standen gesundheitspolitische Themen im Vordergrund, doch auch in Sachen Medizintechnik gab es einiges zu entdecken. Beispielsweise wurde auf dem Deutschen Ärzteforum der erste „Virtuelle Emergency Room“ auf hoher See vorgestellt. Im Auftrag der Kreuzfahrtflotte AIDA entwickelte die Sektion Maritime Medizin am Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) ein System zur akuten medizinischen Versorgung der Passagiere an Bord. Beim sogenannten telekardiographischen Monitoring werden EKG-Bilder direkt per Satellit vom Schiff zu einem Facharzt im UKB übertragen, dort ausgewertet und an den AIDA-Schiffsarzt zurückgesendet. Die maritime Telekardiologie kommt seit einem Jahr auf allen zehn Flotten der AIDA zum Einsatz. Sie ist nach eigenen Angaben weltweit einmalig und soll künftig auch auf die Bereiche Radiologie und Neurologie erweitert werden.

Aufschlussreich auch die Diskussion zu „Fortschritten und Innovationen in der Medizin“: Unter der Leitung von Charité-Chef Karl Max Einhäupl gewährten Jörn Borgert von der Philips Technologie GmbH und Peter B. Noël von der TU München einen Einblick in die bildgebenden Verfahren der Zukunft. Borgert stellte das „Magnetic Particle Imaging“ (MPI) vor. MPI ist eine quantitative und funktionale Bildgebungstechnologie, die magnetische Eigenschaften von Eisenoxid-Nanopartikeln nutzt, um zum Beispiel Bilder von deren Verteilung im Blutstrom aufzunehmen. Die Technologie ist schnell und ermöglicht somit eine Echtzeit-Bildgebung in 3D. Die Hoffnung der Forscher: Im Rahmen der Herz-Kreislauf-Diagnostik können Ärzte dank MPI in Zukunft eine Diagnose innerhalb von Minuten – statt wie derzeit nach zwei Tagen – stellen. „Das wäre gut für den Patienten und senkt die Kosten. Außerdem vereinfacht es die Prozesse im Krankenhaus, da keine radioaktiven Tracer wie bei den nuklearmedizinischen Verfahren PET oder SPECT benötigt werden“, erklärte Borgert. Derzeit wird das MPI an den Unikliniken Hamburg und Berlin eingeführt. Nach Borgerts Vortrag widmete sich Noël der Computertomographie. Er stellte klar, dass die Methode „zwar schon mehrfach totgesagt wurde, aber nichtsdestotrotz immer noch sehr lebendig ist“. Obwohl es die Röntgentechnologie schon seit den 1970er Jahren gibt, konnten Noël und sein Team ihr neue Impulse verleihen. Dank der „Iterativen Bildrekonstruktion“ – ein Verfahren aus der Videospielindustrie – konnte die für CT-Aufnahmen nötige Strahlendosis auf ein Allzeittief reduziert werden.

© medtechzwo.de/ml

http://www.medtech-zwo.de/aktuelles/nachrichten/2014-02/hsk2014-telemedizin-auf-traumschiff.html

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