Wirtschaft

Preis für Therapie gegen Lähmung
Bild vergrößern

Start-ups

Preis für Therapie gegen Lähmung

04.03.2015 - Beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg räumte ein Medtech-Projekt den ersten Preis ab. Ein Mutter-Tochter-Team will sein ersonnenes Verfahren zur Therapie halbseitig gelähmter Patienten nun marktfähig machen.

Ende Februar hat der 20. Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) stattgefunden. Die besten Geschäftsideen wurden mit insgesamt über 50.000 Euro Preisgeld prämiert. Bei der Preisverleihung in Potsdam kürte die 20-köpfige Jury auch das Unternehmen ReMoD Rehabilitationstechnik zu einem Gewinner (Kategorie Business Model Canvas). Die Berliner Firma überzeugte mit der Idee eines Biofeedbackverfahrens, das fehlerhafte Haltungen und Bewegungen des Patienten korrigiert – unabhängig davon, ob dieser unter schlechten Angewohnheiten, berufsbedingten Haltungsschäden oder krankheitsbedingten Fehlhaltungen durch zum Beispiel Skoliose oder einer Halbseitenlähmung leidet. Die Kontrolleinheit des Geräts wird dabei an einem Gürtel befestigt. Das Messsystem zur Bestimmung der aktuellen Körperhaltung befindet sich in einer Weste. Die beiden signalgebenden 2-Kanalelektroden werden oberhalb und unterhalb des Schlüsselbeins positioniert. Hängt zum Beispiel die Schulter schief, senden die Elektroden Signale, bis die Haltung wieder korrekt ist.

Die Idee für das Gerät namens Remember Motion Device (ReMoD) stammt von Anna Gutmann, deren Tochter aufgrund eines Schlaganfalls vor der Geburt halbseitig gelähmt ist. In der Kindheit wurden alle verfügbaren Therapien genutzt, dennoch verschlechterte sich die Laufleistung von Tochter Dindia immer mehr. Die spastischen Krämpfe verstärkten sich, ein Leben im Rollstuhl erschien unausweichlich. 2005 entstand dann die Idee für ein solches Verfahren. Mit dem Prototypen - damals in einer pinkfarbenen Brotbox - machten Mutter und Tochter 2008 auch Experten wie Marc Kraft vom Fachgebiet Medizintechnik der TU Berlin hellhörig. Von 2008 bis 2013 entstand unter Krafts Mentoring durch mehrere klinische Tests schließlich ReMoD. Während Dindia früher maximal 200 Meter am Stück gehen konnte, wandert sie mit ReMoD heute problemlos 14 Kilometer. Das mittlerweile vierköpfige Team des Start-ups – unter ihnen Dindia Gutmann - will im Mai 2015 für ReMoD die Zulassung als Medizinprodukt beantragen und im 2016 mit der Produktion des Geräts beginnen.

Im Bild (v.li.): Anna Gutmann; Andreas Baranek (Leiter Entwicklung); Dindia Gutmann (Training); Deborah Laborde (Geschäftsleitung)

© medtech-zwo.de/ml

http://www.medtech-zwo.de/aktuelles/nachrichten/2015-01/preis-fuer-therapie-gegen-laehmung.html

Gesundheitswesen

20.07.2016 Das Klinikum Augsburg soll in zum Universitätsklinikum ausgebaut werden. 106 Millionen Euro fließen derzeit in einen Anbau zur Intensivmedizin.

Investition

19.07.2016 36 Mio. Euro investiert der 3M-Konzern in eine neue Produktionsanlage für Dialyse-Membranen am Standort Wuppertal.

Beteiligung

15.07.2016 Medtech meets Biotech: Der thüringische Bandagen-Hersteller Bauerfeind AG steigt beim Gewebezucht-Spezialisten Codon AG aus Teltow ein.

13.07.2016 Textilforscher der TU Dresden haben Krabbenschalen genutzt, um daraus ein Bio-Garn aus reinem Chitosan herzustellen. Die neue Faser eignet sich besonders für medizinische Anwendungen wie Implantate oder OP-Garne.

Biomaterialien

12.07.2016 Die auf Hochleistungsbiopolymere aus Seidenproteinen spezialisierte Amsilk GmbH will künftig auch in der Medizintechnik Fuß fassen. Dafür wurde nun zusätzliches Kapital eingeworben.

Veranstaltung

12.07.2016 Vom Knochenschweißen bis zum endoskopischen Blick ins Kniegelenk – 28 Unternehmen des Medizintechnikclusters Tuttlingen lieferten Anfang Juli Einblicke in ihre Produkte und Verfahren.

Wagniskapital

07.07.2016 Siemens gründet zum 1. Oktober 2016 eine eigenständige Einheit, um einen direkteren Zugang zu sogenannten disruptiven Ideen zu erhalten. Dem Corporate-Venture-Programm Next47 steht dafür in den kommenden fünf Jahren 1 Mrd. Euro Investitionsvolumen zur Verfügung – mehr als in den vergangenen 20 Jahren.

Förderung

04.07.2016 In Österreich werden Bund und die Länder Niederösterreich sowie Tirol das Medizintechnik-Forschungszentrum ACMIT fördern. Vom Gesamtbudget von 21,2 Mio. Euro übernehmen sie knapp 10 Mio. Euro.

Chirurgie

23.06.2016 Nach Ungereimtheiten bei klinischen Studien zahlte 2009 die damals noch unabhängige Synthes-Gruppe in den USA 23 Mio. US-Dollar Strafe. Nun steht in der Sache eine Zivilklage an. Auch der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss muss sich diesmal verantworten.

Förderung

23.06.2016 Gute Nachrichten aus Berlin: Ein von den Medical Mountains Tuttlingen angeschobenes Projekt zur digitalen Medizintechnik für chirurgische Instrumente wird vom Bundesforschungsministerium unterstützt.

Aktuelle News auf Laborwelt.de

Jetzt anmelden! – Machen Sie mit beim "Guide to German Medtech Companies"! Weiter lesen

Presseschau

Alle Funde

Alle Funde

Produkt-Highlight

Produkte