Wirtschaft

eHealth trifft auf digitalen Mittelstand
Bild vergrößern

Noah-Konferenz

eHealth trifft auf digitalen Mittelstand

10.06.2015 - Erstmals hat die Noah-Digitalkonferenz Investoren und Startups nach Berlin geladen. Das Thema eHealth durfte da nicht fehlen.

Die Digitalkonferenz Noah – veranstaltet von einer Beratungsagentur gleichen Namens  – hat sich inzwischen zum Standardtreff des digitalen Mittelstandes etabliert. Das Konzept ist klar: Es geht darum, Firmen und Investoren zusammenzubringen. Zwei Highlights nun in diesem Jahr: Erstmals fand die Konferenz in Berlin statt und erstmals trafen Markführer, die Champions, verschiedener Branchen auf Startups, die Challengers. Ingesamt 2.000 Teilnehmer konnten die Veranstalter vom 9. bis 10. Juni in die deutsche Hauptstadt locken. Bei den Auftritten von Oliver Samwer, einer der Rocket Internet-Gründer, oder von Google-Vorstand Eric Schmidt waren fast alle Gäste im großen Saal des Tempodroms anzutreffen. Ansonsten verbrachten die meisten Besucher ihre Zeit beim Netzwerken auf der Dachterasse. So verfolgten nur einige hundert Zuhörer am Nachmittag des ersten Tages die Panel-Session zur Gesundheitsbranche. Bayer und Siemens machten den Auftakt und priesen die Chancen der Digitalisierung. „Nun gilt es jedoch, die vielen kleinen Revolutionen und Puzzlesteine wieder vernünftig zusammenzuführen“, betonte Jessica Federer, Chief Digital Officer bei Bayer. Zu den Challengern gehörte Jörg Land, Geschäftsführer und Gründer von Sonormed. Er zeigte sich begeistert: „Ich fühle mich geehrt, uns als eines von vier Start-ups in dieser Runde präsentieren zu dürfen.“ Land gilt derzeit als Superstar der deutschen eHealth-Szene. Zuletzt hatte der Hamburger mit seiner App Tinnitracks in den USA einen Startup-Preis abgeräumt (mehr...) und erfolgreich Investorengelder eingeworben (mehr...). In Berlin berichtete Land von der Härte und dem Traditionsbewusstsein des Audiologiemarktes, den er mit seiner Tinnitus-App Tinnitracks aufwirbeln will. Sein Plus: Er hat mit Sennheiser einen starken Partner an der Seite. „So haben wir einen Vertrieb, den wir allein nicht hätten stemmen können“, betonte Land im Gespräch mit medtech-zwo. Neben Deutschland werden demnächst Österreich und die Niederlande ins Visier genommen. Ein Produkt zur Behandlung von Hörverlust ist ebenfalls in der Pipeline. Langfristig ist auch die USA als Markt interessant. „Hierfür müssten wir uns aber eine weitere Finanzierung holen“ so Land. Eine Entscheidung dazu werde Ende des Jahres fallen. Er könnte sich auf jeden Fall vorstellen, auch selbst in die Staaten zu gehen. "Das Herz der Firma wird aber weiterhin in Hamburg schlagen", versichert Land.

Eine Firma, die den Schritt in die USA bereits gewagt hat, ist die Berliner eHealth-Firma KLARA , die mit ihrer Dermatologie-App die Arzt-Patientenkommunikationen vereinfachen wollen. Geschäftsführer Simon Bolz gab sich auf dem Noah-Podium optimistisch und im Kampf gegen die Konkurrenz gewappnet. Mehr als 100 Ärzte habe man bereits gewinnen können. Noch kurz vor dem Produktlaunch steht indes die französische Firma Kolibree. Der ehemalige Google-Manager Thomas Serval setzt bei seinem Produkt auf eine Kombination aus Gaming und Gesundheit: Über eine Spiele-App und einer elektronischen Zahnbürste als Joystick sollen Kinder dazu gebracht werden, gründlich Zähne zu putzen. Ab Ende Juni wird es die spezielle Zahnbürste plus Spiel zunächst in Frankreich, dann auch in Deutschland zu kaufen geben. „Wir suchen gerade jemanden, der unser Deutschlandgeschäft aufbauen kann. Das ist für uns der wichtigste Markt“, so Serval in Berlin.

Warum es derzeit noch keine „googelish companies“ gibt und wie die Besonderheiten des deutschen Gesundheitsmarktes aussehen, darüber diskutierten am Ende der Gesundheits-Session Juliane Zielonka, Chefin des Startups LARA Companion, Nadial Nathrath von medx sowie Investor Ulli Jendrik Koop von XLHealth und Berater Roman Rittweger. Zielonka brachte die Unsicherheit bei der Suche nach Finanzinvestoren auf den Punkt: „Für Pharmainvestoren ist eHealth zu wenig gewinnträchtig, für Internetinvestoren sind wir zu kompliziert.“ Investor Koop zählt zu den wenigen, die sich auf eHealth-Investitionen spezialisiert haben. Er gab sich jedoch zuversichtlich, dass es da draußen viele Firmen gibt, die das nächste "Gesundheits-Google“ werden könnten. Medx-Chef Nathrath betonte: „Und es wird mit Sicherheit nicht aus den USA kommen.“

© medtech-zwo.de/sw

http://www.medtech-zwo.de/aktuelles/nachrichten/2015-02/ehealth-bei-noah-konferenz.html

Digital Health

22.02.2017 Mit Partnern wie Dell EMC und Arterys ruft Siemens ein Datenökosystem für Digitalisierungsprojekte im Healthcare-Bereich ins Leben. Im „Siemens Healthineers Digital Ecosystem“ sollen niedergelassene Ärzte, Kliniken und Labore ihre Daten verknüpfen und analysieren können.

Telemedizin

21.02.2017 Die Schweizer Lifewatch AG steht vor einer Übernahme durch das Klinik- und Hotelunternehmen Aevis Victoria. Aevis hat nun den Angebotsprospekt veröffentlicht. Das Management des Telemedizin-Anbieters ist auf der Suche nach weiteren Kaufinteressenten.

Diagnostik

20.02.2017 Die Diagnostika-Branche sei von der positiven Entwicklung in anderen Medizintechnikmärkten deutlich abgekoppelt. Das ist das Fazit der repräsentativen Jahresumfrage des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH).

E-Health

17.02.2017 Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt bundesweit fünf Initiativen bei der Umsetzung modellhafter lokaler Gesundheitszentren. Die Zentren sollen eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen ermöglichen.

Recht

16.02.2017 Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Zertifizierungsstellen sind nicht verpflichtet, unangemeldete Inspektionen durchzuführen und Produkte zu prüfen. Konkret ging es um die Haftung des TÜV Rheinland im PIP-Brustimplantate-Skandal.

Neubau

15.02.2017 Der Medizintechnikhersteller Olympus baut seinen Standort in Hamburg aus. Geplant sind ein Neubau, die Erweiterung des Entwicklungs- und Produktionsstandortes und ein jährliches Personalwachstum von bis zu 5%.

Intensivpflege

14.02.2017 Seit zwei Wochen arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an der Entwicklung eines interaktiven Kommunikationsinstruments für Komapatienten. Das Projekt ACTIVATE wird vom BMBF mit 1,5 Mio. Euro drei Jahre lang gefördert.

Prothetik

09.02.2017 Zur Finanzierung eines Management-Buyouts bei der britischen Prothetik-Firma Steeper muss diese ihre preisgekrönte Bebionic-Hand verkaufen. Was Ottobock für diese Produktgruppe zahlt, bleibt Verschlussssache.

Telemedizin

08.02.2017 Praxistauglich, akzeptiert und nutzbringend – das ist das Fazit eines Modellprojektes zum elektronischen Medikationsplan in Rheinland-Pfalz. Insgesamt wurden knapp 2.200 Pläne mit rund 23.500 Arzneimitteln erstellt.

Standortentwicklung

07.02.2017 Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz und die US-Megalopole New York wollen im Bereich Medizintechnik künftig verstärkt zusammenarbeiten. Im Fokus der beiden verantwortlichen Wirtschaftscluster: Forschung, Lehre und Wirtschaft.

Aktuelle News auf Laborwelt.de

Presseschau

Alle Funde

Alle Funde

Produkt-Highlight

Produkte