Schlagwortarchiv für: China

Boehringer Ingelheim setzt seine internationale Einkaufstour für innovative Wirkstoffe fort – und landet erneut in China. Der deutsche Pharmakonzern ging Ende Januar eine Lizenz- und Entwicklungskooperation mit der in Shanghai ansässigen Simcere Pharmaceutical Group ein, um einen neuartigen bispezifischen Antikörper gegen entzündliche Darmerkrankungen (IBD) voranzubringen. Der frühe Entwicklungsstand in der Präklinik verursacht dennoch einen hohen Preis: der Deal überschreitet im möglichen Gesamtvolumen die Milliardengrenze.

Eine Übernahme aus Hongkong im Medizintechnik-Herzland Baden-Württemberg: Die für minimalinvasive Medizintechnikprodukte bekannte Optimed Medizinische Instrumente GmbH soll schrittweise an Zylox-Tonbridge übergehen. Der Standort Ettlingen bleibt dabei bis auf weiteres als Fertigungs- und Entwicklungszentrum erhalten.

Die Schweizer Roche sichert sich in einem erneuten Dealt mit der chinesischen MediLink ein zweites Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diesmal sind jedoch Upfront- und weitere kurzfristige Zahlungen um den Faktor elf (!) höher und liegen bei rund 570 Mio. US-Dollar. MediLink münzt damit den gestiegenen eigenen Wert nun bereits zu Beginn einer Kooperation um.

Große Aufregung im Biosimilar-Sektor. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat nun die lange umkämpfte Regelung der automatischen Substitution beschlossen. Demnach sind Apotheker verpflichtet, das kostengünstigste Medikament als Ersatz für das Originalpräparat zu verwenden. Eine standortbezogene, industriepolitische Entscheidung über eine Art „Europe first“-Strategie sei damit ausgeschlossen, dem preislich kostengünstiger anbietenden Asien wären alle Tore geöffnet.

Die EU-Kommission richtet ihre Bioökonomie-Strategie neu aus: Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will sie biobasierte Innovationen schneller in die Industrie bringen, neue Leitmärkte schaffen und Europas Wirtschaft unabhängiger von fossilen Ressourcen machen. Die Strategie soll Wachstum und Klimaschutz zusammenführen – und einen bereits milliardenschweren Sektor auf das nächste Niveau heben. Der finanzielle Rahmen bleibt nebulös.

Knallerfinanzierung in Martinsried. Ganze 308 Mio. Euro werfen Investoren auf den Tisch, um bei Tubulis an der weiteren Firmenentwicklung teilhaben zu können. Es ist die größte Serie C-Finanzierung in ganz Europa seit vielen Jahren. Dabei werden die nächsten klinischen Daten des Biotech-Unternehmens erst in ein paar Tagen auf dem Europäischen Kongress der medizinischen Onkologie (ESMO) vorgestellt. Die Hoffnungen drücken sich im Zulauf an neuen Investoren aus, die ein hohes „Eintrittsgeld“ erbringen mussten, um in den Kreis der bestehenden Anteilseigner aufgenommen zu werden. Eine Trendwende? Tubulis absolvierte bereits in der Vergangenheit große Finanzierungsrunden und muss daher als Sonderfall betrachtet werden. Trotzdem wird man im Innovationszentrum Martinsried (IZB), dem Sitz des Unternehmens mit Wurzeln in Berlin und München, über die Größenordnung nicht unglücklich sein. transkript.de sprach mit Tubulis-CEO Dr. Dominik Schumacher.

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS (Einbeck) setzt auf chinesisches Know-how. Das zeigt die nun geschlossene Lizenzvereinbarung mit Shandong Shunfeng Biotechnology Co., Ltd. (Shunfeng Bio). Trotzdem hofft KWS weiter auf eine freundlichere Regulierungspraxis in der EU.

BioNTech und DualityBio erzielen einen Erfolg bei ihrem Brustkrebs-Antikörper-Wirkstoffkonjugat Trastuzumab Pamirtecan. Dieser erreicht in einer ausschließlich in China durchgeführten Phase III-Studie den primären Endpunkt. Daten wurden noch nicht veröffentlicht, doch im direkten Vergleich mit dem ähnlichen ADC aus dem Hause Roche, TDM-1, habe das BioNTech/Duality-Konstrukt bessere Ergebnisse ergeben. Parallel läuft planmäßig die globale Phase III-Studie DYNASTY-Breast02, die zu einer weltweiten Zulassung führen könnte. Auch der einstige bispezfische Antikörper von Biotheus, mittlerweile eingekauft und mit BMS in Kooperation in der Entwicklung liefert erste Daten – doch das richtige Feuerwerk kann man erst im kommenden Jahr erwarten.

Die hessische STADA Arzneimittel AG und die chinesische Bio-Thera erweitern ihre Biosimilar-Allianz auf Tocilizumab, ein Analogon zum Interleukin-6-Rezeptorblocker von Roche. Stada sieht sich neben dem Hauptsitz in Deutschland durch eine Vielzahl weiterer Standorte in europäischen Ländern und dem Vermarktungsschwerpunkt (zu 85%) in Europa auch stabil gegenüber den Zollvereinbarungen mit den USA aufgestellt. Die Biosimilars tragen heute schon rund 20% zum Gesamtumsatz bei. Nun gibt es neuerliche Anzeichen für einen geplanten IPO.

Auch das EU-Parlament fordert bessere Bedingungen für die Biotechnologie und stößt damit in dasselbe Horn wie die kürzlich veröffentlichte neue Life-Sciences-Strategie der Europäischen Kommission. Alles wartet nun auf eine Konkretisierung der Maßnahmen und Reform der Regelungen im neuen „Biotech Act“ der EU.