Der Schweizer Pharmakonzern vereinbart mit der chinesischen Hansoh Pharma eine weitere, vertiefte ADC-Partnerschaft mit potenziellen Meilensteinzahlungen von mehr als 15 Mrd. US-Dollar. Dies geschieht in einer gemischten Nachrichtenlage: Während China seine Biotech-Technologien stärker vor dem Abfluss ins Ausland schützen will, liegen neue Investitionsentscheidungen von Roche in Deutschland vorerst auf Eis.
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Die Erhebung zum Pharmastandort Deutschland (PROUD-Update) von Fraunhofer Gesundheit und vfa zeigt ein widersprüchliches Bild: Während Grundlagenforschung und Patentanmeldungen Stärken des Standorts bleiben, verliert die klinische Entwicklung an Dynamik. Auch die Einschätzung der Standortattraktivität fällt erneut schlechter aus. Trotzdem verbessert sich Deutschland um eine Position im Länderranking bei klinischen Studien.
Die vermeintliche Sommerpause ist vorbei, auch da war Einiges los, im September aber trudelten viele weitere Meldungen aus der DACH-Region bei uns ein, die eine Beachtung mindestens in Kurzformm wert sind. Manches davon haben wir in den ausführlicheren Berichten auch von mehreren Seiten beleuchtet.
Bayer baut seine Pharmaaktivitäten in den USA weiter aus. Der Konzern will 2,2 Mrd. US-Dollar in einen neuen Produktionsstandort in New Albany, Ohio, investieren. Trotz der Milliarden, die der Leverkusener Konzern in den USA investiert, sieht man das globale Hauptquartier der Pharma-Division weiterhin Berlin.
Fresenius stockt seinen 55%-Anteil auf und übernimmt mAbxience komplett. Bis zu 750 Mio. Euro sollen für die restlichen 45 Prozent fällig werden. Noch vor wenigen Tagen war mAbxience vor allem als Partner gefragt: Erst im September vereinbarte die spanische Biopharmafirma mit Sandoz die Entwicklung und Herstellung eines Biosimilars von Emicizumab (Hemlibra) gegen Hämophilie A.
Nach mehr als 100 Jahren steht die Impfstoffproduktion in Dresden vor dem Aus. GSK will die Herstellung von Grippeimpfstoffen am sächsischen Standort beenden und im kanadischen Ste-Foy konzentrieren. Man wolle sich auf mRNA-Impfstoffe konzentrieren, heißt es. Rund 650 Beschäftigte sind betroffen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine pharmazeutische Produktion eigentlich stärken will.
Der französisch-amerikanische KI-Spezialist Owkin lizenziert seinen „AI Scientist“ K Pro samt multimodaler Patientendaten an Boehringer Ingelheim. Die Vereinbarung zeigt, wie Pharmaunternehmen agentenbasierte KI zunehmend direkt in ihre Forschungsprozesse integrieren.
Nach Monaten des Streits über die Arzneimittelausgaben und die Belastung der Pharmaindustrie geht es in Berlin wieder stärker ums gemeinsame Arbeiten. Ein neues Fachgremium von Wirtschafts- und Gesundheitsministerium hat seine Arbeit aufgenommen. Es soll bis Ende September Vorschläge für eine sogenannte Standortklausel erarbeiten, mit der zusätzliche Herstellerabschläge für Unternehmen ausgeglichen werden können, die in Deutschland investieren, produzieren oder Wertschöpfung sichern.
Im Rahmen einer „Innovative Solutions“-Partnerschaft wollen GS1 Germany und docdok.health digitale Lösungen entwickeln, die Identifikations- und Datenstandards mit modernen KI-gestützten Versorgungsprozessen verbinden und damit neue Möglichkeiten für eine datenbasierte Gesundheitsversorgung schaffen.
Der globale Venture-Capital-Markt hat im ersten Halbjahr 2026 mit Finanzierungen von insgesamt 506 Mrd. US-Dollar einen neuen Rekord erreicht. Nach Daten von Dealroom entfiel dabei der überwiegende Teil des Wachstums auf den Bereich Künstliche Intelligenz. KI-Unternehmen sammelten 77% des weltweit investierten Risikokapitals ein – und das ausschließlich bei Unternehmen, deren Geschäftsmodell wirklich im Kern auf KI basiert. Alle anderen Tech-Bereiche bleiben meilenweit dahinter zurück.

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